Von den Amerikas kenne ich am besten die USA. Mit weitem Abstand folgt Kanada. Bahamas, Mexiko, die Dominikanische Republik habe ich beruflich oder im Urlaub besucht. Noch gibt es für mich viel zu entdecken auf diesem faszinierenden Kontinent! / When it comes to the Americas I know best the USA, followed by parts of Canada. Some short trips to the Bahamas or Mexico either for business purposes or for vacation do not make me an expert. There is so much left for me to discover!

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Dienstag, 19. Juli 2016

Die Roosevelt Lodge

Wir hatten unglaubliches Glück gehabt: Nur ein paar Wochen vor unserer geplanten Reise wurde eine Hütte in der Roosevelt Lodge genau zu dem Zeitpunkt frei, zu dem wir im Yellowstone Nationalpark unterwegs sein wollten. In der Regel buchen die Besucher ihre Unterkünfte im Park bis zu einem Jahr im Voraus. Hier der Link zu einer Übersicht der Übernachtungsmöglichkeiten.

Und hier der Link zur Buchungsmaschine. Wie man sieht: Bereits in 2017 wird es knapp!
 
Es war eine der sog. Roughrider Cabins, die wir anmieten konnten. Normalerweise buchen wir keine Unterkünfte ohne Bad und Toilette, aber in diesem Fall machten wir eine Ausnahme. Die Alternative, nämlich rein in den Park, raus aus dem Park, rein in den Park und wieder raus, wäre bei den hier gegebenen unglaublichen Entfernungen einfach zu zeitaufwändig gewesen.

Rezeption und Restaurant der Roosevelt Lodge befinden sich
in diesem alten Blockhaus.
Die Schaukelstühle auf der Veranda sind heiß begehrt.
Wir kamen ziemlich erschöpft und ziemlich hungrig am Abend an. Die Rezeption ist im gleichen Gebäude wie das Restaurant. Das Einchecken ging problemlos und da das Restaurant gut besucht war, ließen wir uns gleich auf die Warteliste setzen. In ca. 45 Minuten sollte ein Tisch frei werden.

In der Zwischenzeit checkten wir ein. Wir hatten einen Lageplan bekommen, mit dessen Hilfe wir unsere Hütte allerdings erst im zweiten Anlauf fanden, denn das Areal ist ziemlich unübersichtlich.


Die Roughrider Cabins sind rustikal, aber gemütlich und absolut sauber. Chang machte - ganz mountain man mäßig - erst mal Feuer in unserem Ofen. Ein Press-Scheit brennt ca. 2 Stunden und da es nachts sehr kalt wird (wir brachten es in der Nacht vom 15. auf den 16. Juli auf 3°C), sollte man sich die Scheite einteilen.


Ich machte mich in der Zwischenzeit auf die Suche nach den Toiletten- und Waschanlagen. Gott sei Dank, waren die wirklich nur ca. 50 m von unserer Hütte entfernt. Die Räumlichkeiten sind sauber und es gibt Toiletten und Duschen in ausreichender Anzahl. Handtücher und ein Stück Seife (süß, in Bärenform!) werden zur Verfügung gestellt, sie liegen in der Hütte bereit.

Zeit fürs Abendessen. Wir bestellten uns an der Bar (ebenfalls in der Blockhütte gelegen) einen Drink und nach kurzer Zeit brummte unser Pager: Wir konnten ins Restaurant wechseln. Chang bestellte sich einen Bison-Burger und ich entschied mich für Bison-Tamales.


Wir wurden satt, aber die Mahlzeit war nicht unbedingt ein kulinarisches Highlight. Nur: Man hat nicht wirklich eine Alternative. Es ist strengstens untersagt, in den Hütten zu kochen. Das würde nämlich die Bären anlocken. Und woanders hingehen? Wohin denn, bitteschön? :-) Die Preise im Restaurant sind übrigens nicht überteuert.

Da es in der Roosevelt Lodge weder Internet- noch Handy-Empfang gibt (das gilt fast für den ganzen Park mit Ausnahme der Gegend um Old Faithful), setzten wir uns nach dem Essen an den Holztisch vor unserer Hütte und spielten eine Partie Kniffel. Ich habe übrigens gewonnen! Es blieb bei der einen Partie, denn die Stechmücken wurden allmählich lästig. Also legten wir uns auf das recht schmale Bett und lasen noch eine Weile. Gegen 21:30 Uhr gingen wir dann zu den Waschräumen (getrennt für Männer und Frauen) und machten uns bettfertig. Das wollten wir erledigen, bevor es dunkel wurde, denn wer weiß, was sich nachts auf dem Gelände an  wilden Tieren herumtreibt. Zu dieser Uhrzeit waren es übrigens nur Eichhörnchen :-)

Das Foto von diesem Goldmantelzwiesel stammt nicht von mir.
Quelle: German Wikipedia, original upload 20. Okt 2004 by Eborutta (selfmade)
Jetzt schnell noch einmal einen Scheit im Ofen nachgelegt, und dann wollten wir versuchen zu schlafen. Und das taten wir! Erstaunlicherweise bis kurz vor 7 Uhr am nächsten Morgen. Es blieb mir tatsächlich erspart, nachts den Weg zu den Toilettenanlagen anzutreten.

Aber es war so kalt! Natürlich war der Ofen in der Nacht ausgegangen. Abends stand die Überlegung an, ob man sich einen Wecker stellt, um regelmäßig Scheite nachzulegen. Wir hatten uns dagegen entschieden - und überlebt :-)

Nach einer heißen Dusche war uns dann auch wieder warm, außerdem schien die Sonne und die Außentemperatur stieg schnell auf angenehme Gradzahlen. Wir gingen zum Frühstück in die Lodge und das übertraf dann doch die Erwartungen. Meine beiden Scheiben Schinken zu den Eiern over-easy hätten eine 4köpfige Familie satt gemacht.


Direkt neben der Lodge gibt es übrigens eine Tankstelle und bevor wir unsere Fahrt durch den Park fortsetzten, haben wir sicherheitshalber noch einmal getankt. Man weiß ja nie ...














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